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Die
95 Thesen Martin Luthers gegen den Ablasshandel
gelten als Geburtsstunde der Reformation. Ob der
Augustinermönch tatsächlich einen Zettel mit
dem Hammer gegen die Wittenberger Schlosskirche
schlug, ist umstritten.
Manche Historiker nehmen an, dass er die
Thesen-Reihe an Kollegen und Adelige
verschickte. Wie dem auch sei - über die
Wirkung der 95 Thesen
besteht kein Zweifel. Der kleine Mönch
aus der Provinz hob die mächtige römische
Kirche und mit ihr die bestehende
mittelalterliche Weltordnung aus den Angeln.
Dabei wollte er keine Kirchenspaltung, sondern
eine „Reform der
Kirche an Haupt und Gliedern“.
Die
Bibel - und mit ihr Christus, der Glaube und die
freie Gnade Gottes
– sollten wieder Grundlage von Verkündigung
und Leben der Kirche werden. Luther
„entdeckte“ neu die „Freiheit eines
Christenmenschen“ und
berief sich – trotz harten Drucks,
seine Schriften zu widerrufen - vor dem
Reichstag zu Worms auf sein durch Gottes Wort
gebundenes Gewissen. Nach intensivem
Bibelstudium und harten Glaubensanfechtungen hat
er die Schönheit des Evangeliums neu entdeckt:
Wir kommen allein durch den Glauben, durch
unser Vertrauen auf Jesus Christus, mit
Gott ins Reine – nicht durch das,
was wir an Gott wohlgefälligem Leben aus
eigener Kraft zustande bringen. Wenn heute die
evangelischen Kirchen den Reformationstag
begehen, dann
tun sie es im Wissen darum, dass sich die Kirche
ständig reformieren, sich immer wieder erneuern
(lassen) muss.
Gesetzlicher
Feiertag ist der Reformationstag in den neuen Bundesländern,
in Niedersachsen nicht mehr.
Viele
Kirchengemeinden bieten dennoch Schul- oder
Abendgottesdienste an.
Eine
Übersicht zu Gottesdiensten und Veranstaltungen
anlässlich des Reformationstages findet sich
auf der zentralen Internetseite der
Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) unter
www.reformationsgottesdienste.de
bzw. www.reformationstag.de.
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