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Brot für die Welt

    

Unser Projekt 2012

 

von Thomas Hirschberg

 

„Würstchen mit Kartoffelsalat!“ – In manchen Familien ist das bis heute noch das Essen an Heiligabend. Es ist einfach, es geht schnell. Worauf achten Sie, wenn Sie Kartoffeln kaufen - für Kartoffelsalat? Auf die Sorte? Auf die Kochart: vorwiegend festkochend? Drei, vier Sorten bietet jeder Supermarkt zur Auswahl. Können Sie sich vorstellen, dass es über tausend, ja fast viertausend verschiedenen Kartoffelarten gibt? Falkenkopf, Löwenfährte, Ohr des Uhus, Kuhschwanz oder Kleine Peruanierin. Fünf Namen nur aus allen, wie sie in Peru genannt werden, genauer: in der Region Vilcashuamán in den Anden. 

  

Dorthin bringt uns in diesem Jahr unser Projektbeispiel von BROT FÜR DIE WELT. Unter dem Stichwort „Ernährung sichern“ geht es darum, Kenntnisse auch über traditionelle Kartoffelsorten an Bauernfamilien weiterzugeben. Eine vorwiegend am Export und damit an einem schnellen, großen Ertrag orientierte Landwirtschaftspolitik, aber auch die gewaltsamen Auseinandersetzungen im Guerillakrieg von 1982 bis 1995 haben dazu geführt, dass das Wissen um traditionelle Anbausorten und Anbaumethoden in Vergessenheit geriet. In unserem Projekt unterstützt BROT FÜR DIE WELT nun die Selbsthilfeorganisation der Bauern CHIRAPAQ dabei, wieder eine ausreichende und existenzsichernde Ernte zu erreichen. Denn zwar ist der Ertrag auf Feldern mit chemischen Hilfsmitteln etwas höher, aber höher sind auch die damit verbundenen Kosten. Die Rückbesinnung auf traditionelle Anbaumethoden ist arbeitsintensiver, aber im Endergebnis für die Familien besser, denn die alten Sorten haben auch ihre Stärken. Der Bauer Mario Ochante ist von der „Weißen Blume“ überzeugt: „„Sie ist resistent gegen viele Schädlinge.“

 

Neben der bewährten Zusammenarbeit mit einer Partnerorganisation, in der Region Vilcashuamán ist dies CHIRAPAQ, setzt BROT FÜR DIE WELT auch auf ein weiteres Erfolgsrezept: Weitergegeben wird das Wissen im Erfahrungsaustausch zwischen den Bauern. Raúl Inostroza, Agraringenieur  und Hugo Salvatierra, Leiter von CHIRAPAQ in Vilcashuamán bilden ausgewählte Bauernfamilien in den Dörfern weiter, die so genannten „Promotoren“. Diese wiederum teilen ihr Wissen mit den Nachbarn. „Mit der Methode ‚Von Bauer zu Bauer‘ verbreiten sich die Kenntnisse in den Dörfern. Die Promotoren müssen dabei Vorbild und Anführer sein”, erläutert Inostroza.

  

Neben der Vermittlung von Kenntnissen über traditionelle Anbaumethoden auch für andere Pflanzen wie zum Beispiel Hafer, Gerste, Saubohnen, Sauerklee, Kapuzinerkresse und Andenhirse, hat die Kampagne einen weiteren Effekt.

  

CHIRAPAQ wendet sich auch ganz bewusst an die Frauen. Rita Castro, Ausbilderin neben Inostroza und Salvatierra, erklärt warum: „Wenn man die Frauen weiterbildet, hilft man der ganzen Familie.“ „„Wir reden jetzt immer miteinander.“, erzählt Lucas Tenorio., der mit seiner Frau Alejandrina Léon im Dorf  Chito lebt.: „Unsere Familie ist seither besser organisiert. Wir essen besser. Und wir leben besser.“  

   

 


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