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Brot für die Welt

    

56. Aktion 2014/15

Unser Projekt im Kirchenkreis Münden

 

Gottes Spielregeln für eine gerechte Welt
 
DR Kongo Zehntausende Kinder wurden in den letzten zwanzig Jahren im Ost-Kongo zum Dienst an der Waffe gezwungen. Ein Ausbildungszentrum der Baptisten ermöglicht einigen von ihnen einen Neustart im zivilen Leben. 

Sorgfältig geht Justin Murhula Bashimbe mit dem Schleifpapier über die Ecken der Bundstäbe, die er gerade in das Griffbrett einer E-Gitarre gesetzt hat. Die Werkbank des 27-Jahrigen befindet sich im „Zentrum für berufliche und handwerkliche Bildung“ der ostkongolesischen Metropole Bukavu. Das Ausbildungszentrum wurde 1982 von der Gemeinschaft der Baptisten in Zentralafrika (CBCA) gegründet. Es bietet Ausbildung und Qualifizierung in 19 Berufsfeldern an, unter anderem im Gitarrenbau.

Zum Kämpfen gezwungen
Dass Murhula Bashimbe heute hier arbeitet, verdankt er Magadju Cibey, dem leitenden Psychologen des Zentrums. Der nämlich lud vor rund neun Jahren etwa 250 ehemalige Kindersoldaten zu einer Führung durch die Werkstätten ein. An dem Rundgang nahm auch der damals 18-jährige Murhula Bashimbe teil, der gerade erst seine Waffe abgegeben hatte. Im zivilen Leben fühlte er sich fremd und nutzlos. Mit 13 Jahren war er von Rebellen verschleppt und wie Tausende andere Kinder im Ost-Kongo zum Kämpfen gezwungen worden.
  
Unser Projekt im
Kirchenkreis Münden:
Gitarren statt Gewehre

  
Ein Ausbildungszentrum der Baptisten ermöglicht Kindersoldaten einen Neustart im zivilen Leben.

  
Projektträger: Communauté Baptiste au Centre de l’Afrique (CBCA) 
Spendenbedarf: 150.000,- Euro 
  
Im Leben angekommen
„Anfangs war Justin sehr aggressiv“, sagt Cibey. Doch die Geduld mit ihm zahlte sich aus. „Inzwischen ist er sehr umgänglich und hilfsbereit“, sagt der Psychologe. Murhula Bashimbe selbst fühlt sich mittlerweile im zivilen Leben angekommen. „Heute habe ich eine Frau und drei Kinder“, erzahlt Murhula Bashimbe. „Das hätte ich mir vor zehn Jahren nicht träumen lassen.“
 
"Der Krieg hat eigene Gesetze"
Über seine Erinnerungen an diese Zeit spricht Murhula Bashimbe nicht gerne. Während er sonst oft und offen lacht, wird sein Blick jetzt finster und hart. „Ich habe viel erlebt und vieles gemacht, was unaussprechlich ist. Der Krieg hat seine eigenen Gesetze.“ Murhula Bashimbe unterwarf sich diesen Gesetzen und machte mit – beim Foltern, Vergewaltigen, Töten. Erst nach fünf Jahren sah er die Gelegenheit zur Flucht und setzte sich ab.
 
Die bewaffneten Konflikte halten in der Region schon seit etlichen Jahren an, viele unterschiedliche Milizen kämpfen um den Zugang zu wertvollen Rohstoffen wie Gold und Coltan, das unter anderem in der Mobilfunkindustrie gebraucht wird. Die meisten Milizen verüben grausame Verbrechen an der Bevölkerung. Für die schlimmsten Gewalttaten bedienen sie sich am liebsten der Kinder. Denn die sind ihren Kommandanten gegenüber besonders gehorsam, daher leicht manipulierbar und – einmal emotional verwahrlost – Zivilisten gegenüber besonders skrupellos. 
 
Eine Zukunft für alle
Vital Banywesize Mukuza leitet in Bukavu das 
„Zentrum für berufliche und handwerkliche Bildung“ (Centre d'Apprentissage Professionnel et Artisanal, kurz CAPA). Hier erhalten alle die Chance einer Ausbildung, ungeachtet der eigenen Vergangenheit. So stehen ehemalige Kindersoldaten, Straßenkinder, Opfer sexueller Gewalt, Behinderte oder HIV-positive Menschen nebeneinander an den Werkbänken. Sie erlernen nicht nur einen Beruf, sondern auch, miteinander umzugehen. 
 
Was kostet wie viel? 
Ein Satz Saiten für eine akustische Gitarre: 7,50 Euro 
Jährliche Kosten für die Ausbildung einer Person: 44,- Euro 
Monatliches Honorar eines Ausbilders/einer Ausbilderin: 111,- Euro 
   

Ihre Spende können Sie via Pfarramt der Arbeit von BROT FÜR DIE WELT zukommen lassen. Spendenbescheinigungen werden auf Wunsch gern ausgestellt. Für Ihre Mithilfe dankt Ihnen 
Ihre Ev.-luth. Kirchengemeinde
 


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