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von
Thomas Hirschberg
„Würstchen
mit Kartoffelsalat!“ – In manchen Familien ist das bis
heute noch das Essen an Heiligabend. Es ist einfach, es geht
schnell. Worauf achten Sie, wenn Sie Kartoffeln kaufen - für
Kartoffelsalat? Auf die Sorte? Auf die Kochart: vorwiegend
festkochend? Drei, vier Sorten bietet jeder Supermarkt zur
Auswahl. Können Sie sich vorstellen, dass es über tausend,
ja fast viertausend verschiedenen Kartoffelarten gibt?
Falkenkopf, Löwenfährte, Ohr des Uhus, Kuhschwanz oder
Kleine Peruanierin. Fünf Namen nur aus allen, wie sie in
Peru genannt werden, genauer: in der Region Vilcashuamán in
den Anden.
Dorthin
bringt uns in diesem Jahr unser Projektbeispiel von BROT FÜR
DIE WELT. Unter dem Stichwort „Ernährung sichern“ geht
es darum, Kenntnisse auch über traditionelle
Kartoffelsorten an Bauernfamilien weiterzugeben. Eine
vorwiegend am Export und damit an einem schnellen, großen
Ertrag orientierte Landwirtschaftspolitik, aber auch die
gewaltsamen Auseinandersetzungen im Guerillakrieg von 1982
bis 1995 haben dazu geführt, dass das Wissen um
traditionelle Anbausorten und Anbaumethoden in Vergessenheit
geriet. In unserem Projekt unterstützt BROT FÜR DIE WELT
nun die Selbsthilfeorganisation der Bauern CHIRAPAQ dabei,
wieder eine ausreichende und existenzsichernde Ernte zu
erreichen. Denn zwar ist der Ertrag auf Feldern mit
chemischen Hilfsmitteln etwas höher, aber höher sind auch
die damit verbundenen Kosten. Die Rückbesinnung auf
traditionelle Anbaumethoden ist arbeitsintensiver, aber im
Endergebnis für die Familien besser, denn die alten Sorten
haben auch ihre Stärken. Der Bauer Mario Ochante ist von
der „Weißen Blume“ überzeugt: „„Sie ist resistent
gegen viele Schädlinge.“
Neben
der bewährten Zusammenarbeit mit einer Partnerorganisation,
in der Region Vilcashuamán ist dies CHIRAPAQ, setzt BROT FÜR
DIE WELT auch auf ein weiteres Erfolgsrezept: Weitergegeben
wird das Wissen im Erfahrungsaustausch zwischen den Bauern.
Raúl Inostroza, Agraringenieur
und Hugo Salvatierra, Leiter von CHIRAPAQ in
Vilcashuamán bilden ausgewählte Bauernfamilien in den Dörfern
weiter, die so genannten „Promotoren“. Diese wiederum
teilen ihr Wissen mit den Nachbarn. „Mit der Methode
‚Von Bauer zu Bauer‘ verbreiten sich die Kenntnisse in
den Dörfern. Die Promotoren müssen dabei Vorbild und Anführer
sein”, erläutert Inostroza.
Neben
der Vermittlung von Kenntnissen über traditionelle
Anbaumethoden auch für andere Pflanzen wie zum Beispiel
Hafer, Gerste, Saubohnen, Sauerklee, Kapuzinerkresse und
Andenhirse, hat die Kampagne einen weiteren Effekt.
CHIRAPAQ
wendet sich auch ganz bewusst an die Frauen. Rita Castro,
Ausbilderin neben Inostroza und Salvatierra, erklärt warum:
„Wenn man die Frauen weiterbildet, hilft man der ganzen
Familie.“ „„Wir reden jetzt immer miteinander.“, erzählt
Lucas Tenorio., der mit seiner Frau Alejandrina Léon im
Dorf Chito
lebt.: „Unsere Familie ist seither besser organisiert. Wir
essen besser. Und wir leben besser.“
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Kirchenkreisamt
Göttingen
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