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Im
dreißigjährigen Krieg wurden das Dorf Hemeln,
Pfarrhaus und Kirche stark zerstört. Der
Dachstuhl des Langhauses war durch Brand geschädigt
und die Wände gerissen. Die Hemelner wandten sich
1681 an König Ernst August von Hannover mit der
Bitte, ihnen beim Abbruch und Wiederaufbau zu
helfen. Die erbetene Hilfe blieb aus und die
Hemelner haben recht lange für das mit 800 Talern
veranschlagte neue Langhaus ihre Schulden
abgetragen.
1681wurde
ein Langhaus angefügt, das auch den Turm im
Untergeschoss in den Kirchenraum einschloss. Das
schlichte Langhaus erhielt auf jeder Seite zwei
rundbogig überwölbte Fenster und einen Chor in
der Form eines halben Achtecks mit zwei weiteren
Fenstern. Das neue Langschiff wurde mit einem
freitragenden Kehlbalkendach versehen, das eine
Tonnenwölbung über dem Kirchenschiff zuließ.
Die Eindeckung erfolgte mit Buntsandsteinplatten,
die mit dem Schiff Weser aufwärts herangebracht
wurden.
Die
Deckenuntersicht aus breiten gesägten Dielen, wie
sie im Bramwald hergestellt wurden, ergab das
Tonnengewölbe. Die Dielen waren stumpf gefügt,
blau und silbern angemalt und mit goldenen Sternen
verziert. Dazu passend ließ sich die
Kirchengemeinde 1694 den Altar und die vermutlich
1686 angeschaffte Bildwand gold und Silberfarbig
ausmalen. Die Pracht im Inneren der Kirche, wie
sie vor 1700 entstand, ist leider nicht erhalten
geblieben.
Mit
dem Neubau des Langhauses ist auch die Öffnung in
der Turmwand verbunden, um das Kirchenschiff zu
erweitern. Die Herstellung eines Schwibbogens an
dieser Stelle sollte sich in Zukunft als sehr verhängnisvoll
erweisen. Als sich das Außenmauerwerk des Turmes
unter der eingeleiteten Last des Schwibbogens
verformte und ausbeulte, setzte man einen
Strebepfeiler auch an diese Stelle gegen die
Turmwand, um Turm und Kirche zu erhalten. Er
verunstaltet noch heute die Südseite und kann
nicht ohne umfangreiche Eingriffe in die
Bausubstanz verändert werden.
Osenbrück
nahm 1984 in seiner Jubiläumsschrift an, das
dieser Schwibbogen erst bei dem Umbauten der
Kirche 1966 entstanden sei. Das trifft nicht zu.
Der Bogen war in der Zwischenzeit wieder mit
Brettern bis auf eine Zugangstür zugeschalt
worden, da sich dieser Kircheteil nach Einbau der
Emporen nicht mehr zum Gottesdienst nutzen ließ.
Es ist jedoch richtig, das der Bogen 1966 wieder
freigelegt wurde.
Da
im 18. Jahrhundert auch das neue Langhaus für die
Bevölkerung zu klein wurde, entstanden wie in
vielen anderen vergleichbaren Gemeinden Einbauten,
die eine mehrgeschossige Nutzung zuließen.
Die
Empore, die nicht nur im Westen vor dem Turm
errichtet wurde, reichte auf einer Seite fast bis
zum Altar. Das Obergeschoss war den Männern
vorbehalten und wurde als Mannhaus bezeichnet. Das
Holzwerk der Empore war gestrichen und ahmte in
Wischtechnik edleres Holz nach. Auch dies
entsprach der Mode der Zeit. bei der Renovierung
der Orgel konnten 1994 Farbproben freigelegt
werden, die aus dieser Epoche stammen.
110
Jahre hielten in den Fenstern die kalkarmen
Glasscheiben der Waldglashütten. 1791 wurden
sie ersetzt, weil sie vom sauren Regen blind
geworden waren. Die neue Verglasung wurde wieder
in Waldglas ausgeführt, jedoch im größeren
Format, so dass man auf die äußere Stützeisenkonstruktion
verzichten konnte. Die neuen grünen Gläser aus
heimischer Produktion hatten eine noch geringere
Lebensdauer. Schon 1852 wechselte man sie aus.
Diesmal auch die Fenster selbst und ersetzte das
Glas durch „bestes weißes Glas.“ Zweifarbige
Fenster wurden von einem Nachkommen der Familie
Pape 1936 gestiftet.
1852
war auch das Kirchenschiff mit
Buntsandsteilplatten eingedeckt worden. Viele
schadhafte Platten mussten erneuert werden. In der
Folge rosteten die alten eigentlich sehr haltbaren
Schmiedenägel der Bedachung durch. So dass eine
Platte nach der anderen vom Dach rutschte. Sie
hatten immerhin 170 Jahre gehalten.
Das
undichte Dach wurde notdürftig geflickt, dabei
litten die Bemalung und die Tonnendecke selbst
ebenso wie die Orgel und das Gestühl. Erst 1891
wurde umfangreich renoviert. Dies ist einer großzügigen
Spende eines Fritz König zu verdanken, der auch
nach der Erneuerung der Kirche und des
Kirchplatzes nochmals 5.000 Mark 1902 als
Staatsanleihe für eine Stiftung zu Gunsten der
Kirchen Unterhaltung anlegte.
1891
wurden die Buntsandsteinplatten vom Dach genommen,
die Sparren neu gelattet und mit Ziegeln
eingedeckt. Eine Wetterfahne aus dieser Zeit ist
noch erhalten, leider jedoch nicht angebracht. Die
Kirche erhielt zu dieser Zeit auch eine neue
Tonnendecke, wenig sorgfältig montiert, mit
gestrichenen Maschinengefrästen und genuteten
Brettern. Sie löste den blauen Sternenhimmel ab.
Die
stärksten Eingriffe und Veränderungen erfuhr die
Kirche 1966unter Mitwirkung des
Bezirkskonservators. Der Bodenbelag, aus
heimischen Buntsandsteilplatten wurde durch
Platten aus grauem Juramarmor ersetzt. Die alten
Eichenbänke wurden ebenso wie das Mannhaus aus
dem Langschiff entfernt. Die neuen Bänke aus
Fichtenholz erhielten einen rötlichen, die Decke
einen bläulichen und die Altarwand einen gräulichen
Anstrich. Auch die Turmuhr wurde mit dem Erker
entfernt. Das Uhrwerk ist noch vorhanden.
Die
verbliebene Unterkonstruktion der Orgelempore
wurde weiß lackiert. Hell sollte alles
sein und pflegeleicht.
Der
schmiedeeiserne Kronleuchter und die Kerzenträger
an den Wänden wurden durch kalte, weiße
Glasleuchten ersetzt. Das Gebäude ließ sich nun
nicht nur elektrisch beleuchten, sondern auch
durch Infrarotstrahler beheizen, Ob dies der
Bausubstanz gut getan hat, ist zu bezweifeln.
Pastor
und Kirchenvorstand bemühen sich seit 1995 darum,
diese nicht hinzunehmende Farbgestaltung zu
verbessern und neben einer Erneuerung der
elektrischen Beleuchtung in Kerzenform und
Anbringung eines Kronleuchters eine Möglichkeit für
feierlichen Gottesdienste zu schaffen, so wie dies
auch Früher in diesem Gotteshaus gewesen ist.
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