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Seit
1954 besteht im Hann. Mündener Stadtteil
Hermannshagen die St. Matthäus Kirchengemeinde.
In den ersten acht Jahren fanden die Gottesdienste
in einer Baracke, der sog. „Waldkapelle“ (s.
Bild), statt, in der wochentags auch der Kindergarten
untergebracht war. Seit 1990 hat der Kindergarten
St.Matthäus ein eigenes Gebäude neben der
Grundschule.

Waldkapelle (um 1960)
Im
Jahre 1962 konnte dann der Kirchenneubau
eingeweiht werden (s. Bild). Er
liegt direkt am Wald oberhalb von Hermannshagen, ist
in den Hang gebaut und beherbergt im Untergeschoss
einen Gemeindesaal. Der Innenraum der Kirche, aus
graugelben handgezogenen Klinkern gemauert, mit
schmalen Fenstern unterhalb des Deckensturzes,
soll zur Sammlung führen. Ein von Bildhauer
Zimmermann geformtes Bronzekreuz (s. Bild) zeigt
neben der Gestalt des Gekreuzigten links und
rechts ablehnende und zustimmende Gestalten. Vom
Altar aus blickt man auf ein großes rundes
Betonglasfenster.
St. Matthäuskirche
„Die Bergpredigt“ in der St.
Matthäuskirche
Die
moderne und schlichte Innenausstattung wurde durch
das monumentale Gemälde „Die Bergpredigt“
(Bild 4) des Malers Heinrich Pforr (http://kassellexikon.hna.de/Die_Bergpredigt)
markant ergänzt. Es schmückt die eine Längsseite
des Schiffes seit 1989. Ursprünglich hing es etwa
seit 1932 in der St. Ägidien-Kirche in Münden.
Ein bis 2010 in der Vorhalle stehender Altar von
1405, der aus der Kapelle zum HL. Geist aus Münden
stammt, befindet sich jetzt in der St. Blasius
Kirche.
Wegen
schwerer baulicher Schäden kann das Kirchengebäude
seit 2009 nicht mehr für Gottesdienste genutzt
werden. Über seine Zukunft ist noch nicht
entschieden. Da notwendige umfangreiche
Sanierungsarbeiten von der Gemeinde nicht
finanziert werden konnten, wagte man 2010 den
Schritt einer engen Zusammenarbeit mit dem
Altenwohnheim Hermannshagen. Gemeinsam wurde in
dessen Gebäude direkt gegenüber der Kirche der
Matthäussaal für Gottesdienste und
Veranstaltungen der Kirchengemeinde und für die
Nutzung durch das Altenwohnheim ausgebaut. Hier
hat die St. Matthäus Gemeinde eine neue Heimat
gefunden. Der Raum bietet hundert Besuchern Platz.
Mit seinem flexiblen Mobiliar erfüllt er sowohl
die Bedürfnisse der kirchlichen Veranstaltungen
als auch die des Altenwohnheims. Seine Gestaltung
erfolgte durch die Mündener Architektin Manuela
Bugaj, die Mündener Lichtgestalterin Uta von
Schenk und das Leipziger Künstlerehepaar Zink und
Gensichen. Er ist in warmen kräftigen Farben
gestaltet und gibt an einer großen Seitenwand
durch eine Fensterfront den Blick auf den
Stadtteil und den Wald frei. Der Altartisch mit
integrierter Taufschale, eine Pultkanzel und ein
Osterkerzenleuchter sind in warmem Holz gestaltet.
Die Wand hinter dem Altar wird geprägt durch ein
schlichtes Kreuz und die stilisierte Darstellung
eines Engelsflügels, Attribut des Evangelisten
Matthäus.
Matthäussaal, Eingang und Altarbereich
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